
Am Wochenende meine erste Fernreise mit dem ICE, am Ziel eine mir nur aus dem Internet bekannte Person getroffen. Nette Gespräche gehabt, weitere Freunde dieser Person getroffen und einen Tag später einen wunderbar konservativen Ausflugstag in eine rheinische Touristenhochburg gehabt. Mit klassischem Essen und Ansichtskarte, das volle Programm eben.
Die letzten vier Stunden, meine Gastgeber entließ ich bereits dankend in ihr wohlverdienstes Wochenende, saß ich mit drei Euro, einer Kreditkarte und ein wenig Gepäck auf dem Hauptbahnhof herum. Die großen Touristenattraktionen wirkten auf mich wie graue Gestalten, uninteressant. Ich saß da, habe nichts getan und Ewigkeiten passiv auf meinen Zug gewartet. Mit ein wenig mehr Geld wäre ich etwas essen gegangen, aber so: Saß ich da. Damit kann ich leben, mehr als mich meinen Gastgebern noch weiter aufzudrängen.
Auch, wenn ein kleiner Zweifel bleibt, ob ich mich gut benommen habe, alles zur Zufriedenheit war, denke ich an ein schönes Wochenende zurück. Und glaube, weil die nächsten drei Wochenenden bereits ähnlich mit netten Menschen verplant sind, dass sich diese wunderbare Ausnahme zur grandiosen Regel mausern könnte.